PRESSEMITTEILUNG: Pride Month und Arbeit der Frauennotrufe Hand in Hand

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Zum diesjährigen Pride Month machen die Fachgruppe Antifeminismus und die Fachgruppe trans* der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) autonomer Frauennotrufe in RLP auf den dringend notwendigen Gewaltschutz von trans* Personen aufmerksam.

Frauenrechte und Gewaltschutz stehen nicht im Widerspruch zur Sicherheit und der Selbstbestimmung von queeren Menschen. Trans* Personen waren schon immer Teil feministischer emanzipatorischer Kämpfe, und habe diese in großen Teilen vorangetrieben.

Trans* Menschen als Bedrohung für cis Frauen darzustellen ist antifeministisch, menschenfeindlich und nahtlos anschlussfähig für rechte und fundamentalistische Ideologien. Trans* Personen sind selbst besonders häufig von sexualisierter, körperlicher und patriarchaler Gewalt betroffen. In der europaweiten FRA gaben 34 % der befragten trans* Personen an, in den vergangen 5 Jahren Gewalt erlebt zu haben, trans* Frauen sogar zu 38 %.

Anfeindungen gegen trans* Personen führen dazu, dass der Ausbau von Unterstützungsstrukturen gehemmt wird. „Die Frauennotrufe in RLP haben von Anfang an kritisiert, dass die Unterstützung von nicht-binären Personen und trans* Männern größtenteils aus dem Gewalthilfegesetz gestrichen wurde. Diese Entwicklung ist für uns ein klarer Rückschritt und widerspricht unseren gewachsenen Unterstützungs- und Vernetzungsstrukturen!“, erklärt Leah Krieger vom Frauen*notruf Mainz.

Homo-, Trans- und Queerfeindlichkeit führt auch zum Abbau von Rechten für cis Frauen. In diversen Ländern wie Polen, Bulgarien, Slowakei, Ungarn und Türkei wurden queerfeindliche Argumente dazu genutzt, die Ratifizierung der Istanbul-Konvention in Frage zu stellen oder aus der Istanbul-Konvention auszutreten. Die Istanbul-Konvention ist das bisher weitreichendste international rechtsverbindliche Instrument zur Verhütung und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt. „Die Istanbul Konvention ist eine wichtige Grundlage unserer Arbeit. Dass einige Länder die Istanbul Konvention nicht ratifizieren wollen oder aus ihr austreten ist für uns ein fatales Zeichen“, stellt Miriam Kösterkamp vom Frauennotruf Idar-Oberstein klar.

„Wir fordern das Land Rheinland-Pfalz auf, in der regionalen Umsetzung des Gewalthilfegesetzes gemäß § 5 Abs. 1 GewHG und Artikel 4 Abs 3 Istanbul Konvention Diskriminierung auf Landesebene abbaut und Beratung und Schutz für alle von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffenen Gruppen ermöglicht, erklärt Miriam Kösterkamp weiter. Queere Personen aus unseren Unterstützungsstrukturen auszuschließen widerspricht unserer gelebten Praxis!“

Die Fachgruppe trans* der LAG autonomer Frauennotrufe setzt sich mit der Öffnung der Frauennotrufe für trans* Personen und für die Belange von queeren Menschen in den Unterstützungsstrukturen für Betroffene sexualisierter Gewalt auseinander. Die Fachgruppe Antifeminismus beschäftigt sich mit aktuellen antifeministischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf das Thema sexualisierte Gewalt und die Arbeit der Frauennotrufe.

Verantwortlich: Leah Krieger (Frauennotruf Mainz), Miriam Kösterkamp (Frauennotruf Idar-Oberstein)
 

  1.  https://fra.europa.eu/sites/default/files/fra-2015-being-trans-eu-compa…
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